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Kommunales Energiemanagement

Die Städte und Gemeinden in Deutschland stehen heute vor der großen Herausforderung einerseits ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und zugleich die oftmals zunehmend schwierige Haushaltslage zu bewältigen.

Auch die Stadt Pulheim stellt sich dieser Herausforderung und versucht mit dem Aufbau eines kommunalen Energiemanagements langfristig die Energieeffizienz in den eigenen Gebäuden und Liegenschaften zu steigern. Dabei beabsichtigt die Kommune den steigenden Energiekosten durch Verbrauchseinsparungen entgegen zu steuern. Die angestrebten finanziellen Einsparungen kann die Stadt unter Anderem verstärkt nutzen, um ihre weiteren breit gefächerten Aufgabengebiete (beispielsweise das Schulwesen oder die Verwaltung der eigenen Gebäude) zukünftig gerecht zu werden. Dabei schafft das Immobilienmanagement der Stadt durch ein kontinuierliches Energie-Monitoring und die daraus resultierende Berichterstattung jetzt schon die Grundlage für eine langfristige Steigerung der Energieeffizienz im eigenen Gebäudebestand.

Das Monitoring der Verbräuche ist in Pulheim die grundlegende Strategie zur Energieeffizienz und fundamentiert somit zukünftig den Auf- sowie Ausbau des gesamten kommunalen Energiemanagements der Stadt. Es erfordert hohen personellen Aufwand sowie eine Ämterübergreifende Zusammenarbeit aller Akteure um die Kommune nachhaltig finanziell zu entlasten.

Eine gigantische Aufgabe für alle Städte und Gemeinden in Deutschland. Pulheim ist dabei.

Ansprechpartnerin:
Dipl. Ing. Erika Katopodi
Energiemanagerin
Rathaus-Center, R 116a (1. Etage)
Telefon 02238 - 808 262
erika.katopodi@pulheim.de

Der Energiebericht: Kontroll- und Informationsinstrument für zukünftige Maßnahmen

Das Immobilienmanagement der Stadt Pulheim publizierte jüngst den ersten Energie- und Emissionsbericht für das Berichtsjahr 2012. Betrachtet werden die Verbräuche aller städtischen Liegenschaften und Gebäude der Jahre 2010 – 2012. In den Focus rücken hier besonders die am häufigsten frequentierten Liegenschaften wie Schulen, Kindergärten oder Verwaltungsgebäude. Dieser Energiebericht dient der Stadt als einheitliches Informations- und Kontrollinstrument. Er soll zukünftig dabei helfen, energetische Schwachstellen aufzuzeigen, um möglicherweise Optimierungsmaßnahmen zu Energieverbrauchsreduzierungen in den städtischen Gebäuden einzuleiten. Ziel ist es, Energiekennzahlen auf Grundlage der Energiebezugsflächen (EBF) zu bilden, mit Energieverbräuchen gleichartiger Gebäude zu vergleichen und zukünftig objektbezogen auszuwerten.*

*Entsprechende Vergleichskennzahlen für unterschiedlichste kommunale Gebäudetypen liefert hier die Studie “Verbrauchskennwerte 2005, Forschungsbericht“ der Gesellschaft für Energieplanung und Systemanalyse m. b. H.(ages) aus Münster, die für die unterschiedlichen Gebäudegruppen und -arten sogenannte Ziel- und Grenzkennwerte vorgibt. Im Rahmen dieser Studie wurden auf der Grundlage empirischer Daten von mehr als 150.000 Objekten Energieverbrauchskennzahlen nach der Methode der VDI 3807 ermittelt.

Klimaschutzteilkonzept definiert erste Maßnahmen

Ein weiterer Grundstein für Energieeinsparungen ist ein Klimaschutzteilkonzept, dass die Stadtverwaltung im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zwischen April 2009 und Februar 2010 durch ein externes Ingenieurbüro anfertigen ließ.
Hauptbestandteil sind hierbei eingehende energetische Gebäudeanalysen für alle städtischen Liegenschaften und Gebäude, dessen Ergebnisse in einzelnen Objektberichten dokumentiert wurden. Für die einzelnen Objekte erfolgte dabei eine Erfassung und Bewertung des Ist-Zustandes mit dem Ziel, energetische Schwachstellen und Optimierungsmöglichkeiten zu identifizieren. Hierauf aufbauend wurden in einem zweiten Schritt mögliche Modernisierungsmaßnahmen zur Energieeinsparung, zur effizienten Energieverwendung sowie zum Einsatz erneuerbarer Energien untersucht und dabei unter ökonomischen sowie ökologischen Aspekten bewertet. Die mit den untersuchten Modernisierungsmaßnahmen jeweils theoretisch erzielbaren Energie- und Kosteneinsparungen sowie die CO2-Minderungen wurden für jede Maßnahme gesondert ermittelt. Insgesamt können dabei rund 2.778.397 kW/h und somit 593 Tonnen Treibhausgase jährlich eingespart werden.

Ganzheitlich betrachten und dabei Synergien schaffen

Die ermittelten Energiekennzahlen der städtischen Gebäude dürfen nicht isoliert als absolutes Maß der Verbrauchsbewertung betrachtet werden. Wenn die Verbräuche bei einigen Gebäuden vergleichsweise höher ausfallen, muss das nicht zwangsläufig auf ein ausschweifendes Nutzerverhalten zurückgeführt werden.
Bei der Deutung von Verbrauchskennzahlen müssen vor allem auch die bauphysikalischen Eigenschaften der Immobilie berücksichtigt werden. Je nach Gebäudealter können die Kennzahlen enorm variieren. Neubauten besitzen einen erheblich besseren Energiestandard als Altbauten, die teilweise großen Sanierungsbedarf aufweisen. Des Weiteren ist die Gebäudenutzung ein bedeutungsvoller Faktor. Das Nutzungsprofil hat großen Einfluss auf den Energiebedarf einer Immobilie. Beispielsweise hat ein weiterführendes Schulzentrum inkl. Mensa einen höheren Energiebedarf als eine Grundschule.

Demzufolge werden die so genannten “Ausreißer“ zukünftig unter bauphysikalischen sowie nutzerspezifischen Gesichtspunkten untersucht und bewertet. Dabei offenbaren sich bei einer ganzheitlichen energetischen Betrachtung die Gebäude, die den größten energetischen Handlungsbedarf aufzeigen. Mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse kann die Stadtverwaltung anschließend gezielt Einfluss auf zukünftige Energieverbräuche nehmen. Dort, wo vergleichsweise unverhältnismäßig hohe Verbräuche auf energetischen Sanierungsbedarf zurückgeführt werden können, kann die Stadt in Form von energetischer Gebäudesanierung (Fassadendämmung, Fensteraustausch etc.) oder Anlagenmodernisierung (Austausch von Heizungsanlagen) direkten Einfluss nehmen.

Zeigen die Ergebnisse unverhältnismäßig hohe Verbräuche trotz niedrigen Energiebedarfs der Immobilie ist oftmals ein falsches Nutzerverhalten der Grund. Hier kann die Stadt gegebenenfalls indirekten Einfluss auf die Akteure vor Ort nehmen. Mit Hilfe von Energiesparprojekten sollen die Nutzer zu einem sparsameren und Ressourcenschonenden Umgang animiert werden. Pilotprojekte laufen derzeit an drei städtischen Grundschulen und sollen auch zukünftig verstärkt an Schulen und Kindergärten eingeführt werden.

Durch die ganzheitliche Betrachtung von Energiebedarf und Energieverbrauch der Gebäude bekommt das Immobilienmanagement der Stadt zukünftig fundierte Information über die energetische Gesamtsituation.
Das Energie-Monitoring ist dabei Fundament und gleichzeitig der Schlüssel zu nachhaltigen Energiekosteneinsparungen in Pulheim. Es schafft die notwendige Synergie zwischen dem direkten und indirekten Einflussbereich der Stadt Verbräuche nachhaltig zu senken.

Die unten abgebildete Abbildung 1 veranschaulicht die zentrale Bedeutung des Energie-Monitorings und zeigt noch einmal den Synergieeffekt innerhalb des Energiemanagements.

Abb. 1: Energie-Monitoring als Querschnittsaufgabe im Energiemanagement

Prioritäten setzen und Nutzerverhalten optimieren

Um die Erfolgschancen von Verbesserungsmaßnahmen zu erhöhen werden in Pulheim zunächst die wichtigsten Gebäudegruppen fokussiert. Der Energiebericht zeigt, dass allein die Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäude nahezu 60 % der Energieverbräuche ausmachen. Vor allem die Nutzungscharakteristika zeigen an diesen Gebäudegruppen die größten Potentiale zum Sparen.
Beispielweise ist das Potential zur Identifizierung mit der genutzten Immobilie bei Schülern und Lehrerschaft vergleichsweise höher als bei Nutzern anderer Gebäudegruppen. Besonders an Schulen sind ökologische und ökonomische Bildungsinhalte schon heute selbstverständlich und schaffen ein Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit Energie. Diese steigende ökologische und ökonomische Wertschätzung dient der Stadtverwaltung zukünftig als Katalysator um Schüler und Lehrerschaft mit Anreizprogrammen zum Energiesparen zu motivieren.

Praxistest Smart Meter – „Intelligenter“ Zähler schlüsselt Energieverbräuche auf

Standard der Energieberichterstattung ist die Verbrauchsdarstellung der gesamten Liegenschaft. Diese beschreibt die Energieverbräuche aller Gebäudeteile in Summe, weil der Energielieferant in der Regel die Liegenschaft klassisch über nur einen einzigen Zähler abrechnet. Für zahlreiche Liegenschaften ist eine differenzierte Evaluierung der Gebäudeteile aus energetischer Sicht sinnvoller. Die Implementierung von Zwischenzählern kann hier helfen, die Verbräche genauerer zu lokalisieren und anschließend zu interpretieren. Wurden bislang die Verbräuche nach Bruttogrundfläche prozentual auf die einzelnen Gebäudeteile veranschlagt, kann zukünftig der tatsächlich angefallene Verbrauch dargestellt werden. An zahlreichen Pulheimer Schulen werden beispielweise jetzt schon die Turnhallenverbräuche für Wärme und Wasser über analoge Zwischenzähler differenziert erfasst.

Einen Schritt in die Zukunft wagt das Immobilienmanagement der Stadt bei der differenzierten Stromdatenerfassung. An zwei Schulzentren in Pulheim sind im Jahr 2013 „Smart Meter“ - Systeme installiert worden. Diese „intelligenten“ Zähler erfassen die Stromverbräuche und dessen zeitlichen Verlauf digital und zeigen im Vergleich zu herkömmlichen analogen Zählern den gesamten Energiefluss innerhalb des Gebäudes transparenter. Die Verbrauchsinformationen sind dann im Internet über einen Browser abrufbar und lassen sich nicht nur in “Echtzeit“, sondern auch historisch anzeigen und auswerten. Der Grad der Datentransparenz wird dabei enorm gesteigert und erhöht somit die Chancen der Stadtverwaltung, versteckte Verbrauchsspitzen konsequenter aufzudecken.

Strom sparen mit LED-Beleuchtung

Die Bemühungen der Pulheimer Stadtverwaltung, gezielt mit energetischen Sanierungsmaßnahmen nachhaltig Energie zu sparen, fokussiert sich im Jahr 2014 besonders auf die Erneuerung der Rathausbeleuchtung. Um die vergleichsweise hohen Investitionskosten zu minimieren, wurden im Zuge der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes Fördermittel zur Umrüstung auf hocheffiziente LED-Beleuchtung beantragt und bewilligt.

Die Vorteile der LEDs liegen nicht nur bei enormen Energieeinsparungen (bis zu 50%), sondern zeigen sich ebenfalls bei der relativ unkomplizierten technischen Umsetzung der Austauschmaßnahme. Somit erfordert die Umrüstung der Beleuchtungsanlage auf LED im Rathausgebäude keine zusätzlichen Investitionen in die Infrastruktur, sondern hier kann kosteneffizient auf die vorhandene Bausubstanz aufgesetzt werden. Des Weiteren konnten zahlreiche Studien belegen, dass entgegen einer oftmals negativ behafteten öffentlichen Meinung, die Qualität der Beleuchtung mit LEDs wesentlich verbessert wird.

Die Gesamtinvestitionskosten belaufen sich dabei auf rund 422.000 €, wobei der Bund 40% der Investitionssumme in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses zur Verfügung stellt. Dabei handelt es sich um eine investive Maßnahme, die zu einer CO2-Emmissionsminderung führen soll und dabei gleichzeitig Energiekosten senkt. Somit werden zukünftig ca. 137.894 kWh an Strom pro Jahr eingespart, was eine Emissionsminderung von ca. 87.000 kg CO2 beinhaltet.

Aktivitäten und Projekte

Die im Zuge der Bewertung mit „Priorität hoch“ deklarierten vorrangigsten Gebäude will die Stadt in den kommenden acht Jahren energetisch sanieren und dabei besonders die Bereiche baulicher Wärmeschutz der Gebäudehülle (Fassade, Fenster, Dach etc.); Wärmeerzeugung/-verteilung (Heizung, Warmwasser); sowie Stromverbrauch (insbesondere Beleuchtung) verbessern. Das Gesamtinvestitionsvolumen dieser Maßnahmen beläuft sich auf rd. 8 Mio. €.
Zur Umsetzung erster energetischer Maßnahmen hat der Rat im Jahre 2011 bereits 500.000 € bereitgestellt. Mit diesen Geldern wurden beispielsweise Wärmeschutzmaßnahmen der Gebäudehülle an der Richeza-Schule in Brauweiler sowie an der Christinaschule in Stommeln finanziert. An beiden Objekten hat die Stadt erfolgreich eine Dämmung der Außenfassaden durchgeführt. Weitere energetische Sanierungsmaßnahmen befinden sich derzeit in der Umsetzung und werden in den kommenden Wochen und Monaten fertiggestellt. Diese Maßnahmen tragen ebenfalls dazu bei, die Treibhausgasemissionen der Stadt weiter zu reduzieren. Voraussichtlich wird diese Summe auch in kommenden Jahren bereitgestellt, so dass die Abarbeitung der Prioritätenliste einen Zeitraum von acht Jahren in Anspruch nehmen wird.
Energiesparprojekte an Schulen und Kindergärten
Zur Förderung eines nachhaltigen sowie bewussten Umganges mit Energie bei Kindern und Jugendlichen werden derzeit an drei Schulen Energiesparprojekte durchgeführt. An der Barbara-Grundschule in Pulheim sind beispielsweise seit 2002 engagierte Schüler als Energiedetektive tätig um die Energieverbräuche zu senken.
Als Grundlage dient hier das mit der lokalen Agenda 21 abgeschlossene Rahmenabkommen. Ziel dieses Abkommens ist es in erster Linie, das Nutzerverhalten positiv zu beeinflussen, pädagogische Ziele zum Energiesparen zu setzen und Multiplikatorwirkungen zu erreichen. Zusätzliche Anreize zum Sparen von Energie und Wasser sollen die Schulen und Kindergärten durch finanzielle oder anderweitige Zuwendungen bekommen. Weitere Energieprojekte an anderen Schulen sollen folgen.

Kontakt

Alte Kölner Straße 26
50259 Pulheim

Telefon: 02238 - 808-0
Telefax: 02238 - 808-345

www.pulheim.de
stadtpulheim@pulheim.de

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag
08.30 Uhr – 12.00 Uhr
14.00 Uhr – 16.00 Uhr

Donnerstag zusätzlich
16.00 Uhr – 18.00 Uhr

Freitag
08.30 Uhr – 12.00 Uhr

Einwohnermeldeamt:
Zusätzliche Öffnungszeit
Dienstag 16.00 - 18.00 Uhr

Wartemarkenspender bei
großem Publikumsandrang
ausgeschaltet

Nebenstelle Brauweiler:
Öffnungszeiten jeden
2. und 4. Mittwoch im Monat
von 14.30 bis 18 Uhr

Die Friedhöfe im Stadtgebiet
sind durchgehend auf