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Franz Erhard Walter

Ausstellungseröffnung am 13. September 2018

Franz Erhard Walther hat zugesagt, das Synagogenprojekt fortzusetzen.

Der 1939 in Fulda geborene Franz Erhard Walther gilt als eine der Schlüsselfiguren der Gegenwartskunst, als Pionier einer prozessorientierten, das Publikum aktiv einbeziehenden, partizipatorischen Kunst. In seinen seit den frühen 60er-Jahren entstandenen textilen Handlungs- und Kommunikationsobjekten revolutionierte er das traditionelle Verhältnis von Künstler, Werk und Betrachter: Der Betrachter soll aus seiner passiven Haltung heraustreten und zu einer intellektuellen, emotionalen und häufig auch körperlichen Auseinandersetzung mit den Werken angeregt werden.

Walther entwickelte zwischen 1963 und 1969 den „1. Werksatz“, eine 58-teilige Serie von Handlungsobjekten, die den Betrachter einladen, Handlungen zu vollführen – sich auf sie zu stellen, sich in sie zu legen, sie sich umzulegen. Vollständig wird das Werk erst durch den Betrachter, durch seine reale oder auch nur vorgestellte Handlung. Indem aber das Publikum das Werk vollendet, übernimmt es die traditionell dem Künstler zugewiesene Rolle. Die Einbeziehung des menschlichen Körpers in die Werke wiederum lässt Handlung zu deren integralem Bestandteil werden und „Zeit“ zu einer Kategorie der bildenden Kunst. Wie kaum ein anderer Künstler hat Walther somit die Definition, was Skulptur sein kann, verändert und Generationen von nachfolgenden Künstlern beeinflusst.

„Franz Erhard Walther steht damit im Kontext der Entgrenzungsstrategien der Kunst der 1960er-Jahre, in denen die Auffassung des Kunstwerks als materielles Objekt zugunsten eines erweiterten Kunst- und Werkbegriffs aufgegeben wurde. In Happenings, Aktionen und Performances etwa wurden vorherrschende Kategorien wie Kunstwerk und Autor in Frage gestellt. Dabei vertraten die Künstler den Anspruch, Kunst als Erfahrung, als Teilhabe an einem Ereignis oder Prozess zu vermitteln. Die Hierarchie zwischen Künstler und Rezipient sollte aufgelöst und so die Kunst demokratisiert werden.“ (http://ludwigforum.de/event/franz-erhard-walther-thinking-action/, Zugriff 16.10.2017)

Franz Erhard Walther studierte von 1957 bis 1961 an der Werkkunstschule in Offenbach am Main (heute Hochschule für Gestaltung Offenbach) sowie der Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt, von 1962 bis 1964 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Otto Götz. Nach seinem Studium ging Walther für vier Jahre nach New York. 1969 wurde er mit seinem „1. Werksatz“ ins New Yorker Museum of Modern Art eingeladen, im gleichen Jahr nahm er teil an der legendären Berner Ausstellung „Live in your Head. When Attitudes Become Form“. Er war Teilnehmer der documenta 5 (1972), 6 (77), 7 (82) und 8 (87). Er zeigte seine Werke in der Dia:Beacon, New York (2010), im MARTa Herford, (2011), in der Hamburger Kunsthalle und in der Situation Kunst, Bochum (beide 2013). 2016 wurde er mit dem Kunstpreis Aachen ausgezeichnet, die damit verbundene Ausstellung im Ludwigforum ging in diesen Tagen zu Ende. 2017 wurde er als bester Künstler mit dem Goldenen Löwen der Biennale in Venedig ausgezeichnet und hatte eine große Ausstellung im Museo Reina Sofia, Madrid.

1971 übernahm Walther eine Professur an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, die er bis 2005 innehatte. Zu seinen Schülern gehörten u. a. John Bock, Rebecca Horn, Santiago Sierra, Christian Jankowski, Lili Fischer, Martin Kippenberger und Jonathan Meese.

Franz Erhard Walther lebt und arbeitet heute in Fulda.

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