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Förderung von Insekten & heimischer Flora

Die Stadt Pulheim fördert die Artenvielfalt und insektenfreundliche Bepflanzung in Pulheim

Projekt zur Förderung der endogenen Wildkrautflora an Straßenrändern
Ende 2017 war im Umweltausschuss beschlossen worden, die Wildkrautflora im Stadtgebiet zu fördern. Eine der Maßnahmen war, die Zahl der Mahdgänge an vier kommunalen Straßen zu reduzieren, um dadurch den endogen vorhandenen Wildkrautarten bessere Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. In der Sitzung des Umweltausschusses am 05.12.2018 wurde über die Erfahrungen der von der Ortsgruppe des NABU in Pulheim begleiteten Maßnahme berichtet. Der NABU hatte sich bereit erklärt, die Maßnahme durch eine Dokumentation der Entwicklung dieser Flächen zu unterstützen. Dabei wurden regelmäßig alle seltener gemähten Flächen auf ihre Artenzusammensetzung mit großem zeitlichen Aufwand kartiert und dokumentiert. Es wurde festgestellt, dass die untersuchten vier Straßenränder 154 Gefäßblütenarten aufweisen und damit als sehr artenreich eingestuft werden können. Durch dieses positive Ergebnis hat sich die Auffassung von der sachkundigen Bürgerin Frau Braun und der Verwaltung bestätigt, dass es sinnvoll ist, die endogene Wildkrautflora zu fördern und das Projekt in 2019 fortzuführen.

Initiative zur Förderung der Artenvielfalt und von Insekten in der Feldflur - Aktiv mitmachen!
Die Biologische Station Bonn hat sehr positive Erfahrungen damit gemacht, die Bodendecke von Feldrainen oberflächlich abzu-schieben und dann eine Initialeinsaat mit autochthonem Saatgut durchzuführen. Die dann auflaufende Vegetation ist in der Regel erheblich artenreicher als die ursprünglichen Wegraine, die im hiesigen Raum häufig durch Gräser, Brennnesseln und Disteln geprägt sind. Wichtig ist hier auch die Zusammenarbeit mit den Landwirten, damit die betreffenden Feldraine im Anschluss an die Einsaat möglichst nicht durch Herbizide oder Düngemittel beeinflusst werden. Die Verwaltung hat gemeinsam mit der Biologischen Station geeignete Feldraine gefunden, die noch im Spätsommer 2019 durch die Biologische Station entsprechend aufgewertet werden sollen.
Außerdem wurde bei dem Jahresgespräch mit den Ortslandwirten am 07. Februar 2019 von Seiten der Stadt appelliert, dass die Pulheimer Landwirte auf freiwilliger Basis Blühstreifen anlegen bzw. ggf. entsprechende Förderprogramme bei Kreis und Land nutzen. Häufig wird die Landwirtschaft mit den Begriffen Insektensterben und Rückgang der Artenvielfalt in Zusammenhang gebracht. Der Landwirt Leo Fetten aus Pulheim Geyen möchte diesem negativen Image etwas Positives entgegen setzen. Seit fünf Jahren bereits zieht der Landwirt jedes Jahr einen drei Meter breiten Blühstreifen um seinen 17 Hektar großen Acker. Dafür bekommt er Zuschüsse von der EU. Die Vielfalt der Insekten in diesen Blühstreifen ist beeindruckend. Auch von der Bevölkerung hat Herr Fetten bereits viel Zuspruch hierfür erhalten und ist oft angesprochen worden. Um die Bürgerinnen und Bürger in Zukunft aktiv an seiner Initiative zur Förderung der Artenvielfalt und von Insekten zu beteiligen und um auf diese Weise noch stärker mit ihnen in den Dialog zu treten, hat der Landwirt eine Aktion in’s Leben gerufen, bei der jeder zu einem Preis von 50 Euro für 100 m² Blühstreifen von ihm mieten kann. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Aktion des Pulheimer Landwirts ein voller Erfolg wird. 4.500 Quadratmeter Blühfläche sind bereits vergeben. Die Mischung „Lippstädter Blütenparadies“ will Herr Fetten ab etwa Mitte April aussäen. Von Mai 2019 bis Februar 2020 werden dann unter anderem Phacelien, blaue Lupinen und Sonnenblumen auf einem Teil seines Ackers neben dem Winterweizen für ein Blütenmeer in der Feldflur sorgen.
Die Stadt Pulheim unterstützt diese Aktion ausdrücklich. Wer sich ebenfalls für die Artenvielfalt und die Insekten einsetzen möchte kann sich unter dem Kontakt leo.fetten@netcologne.de noch eine der letzten Blühflächen in diesem Jahr sichern.

Aber auch im heimischen Garten können Bienen und andere Insekten und damit auch die Vogelwelt, die auf Insekten zur Nahrungsaufnahme angewiesen sind, gefördert werden. Ein blühendes Wiesenstück im Garten beherbergt mehr nützliche Tierarten als ein kurz gemähter Rasen. Dabei sind einfache Blüten mit nur einem Kranz Blütenblätter und zugänglicher Blütenmitte ideal. Auch bieten heimische Bäume und Sträucher mehr Insektenarten ein Zuhause als Exoten. Zusätzlich können Insekten- oder Bienenhotels im Fachhandel erworben oder relativ einfach selbst gebaut werden. Schließlich sollte auch auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichtet werden und stattdessen Nützlinge im Garten gefördert werden, um Schädlinge zu dezimieren.

Einzelmaßnahmen zur insektenfreundlichen Bepflanzung im Stadtgebiet
An dem städtischen Umweltinformationsständer im Rathaus wurden Materialien zur Förderung von insektenfreundlicher Bepflanzung ausgelegt. Das Zahnrad und einige Interessierte wurden hinsichtlich des Einsatzes von regionalem Saatgut zur Anlegung von Blumenwiesen beraten. In der Tomburgstraße wurde auf Initiative einer Bürgergruppe auf einer städtischen Fläche ein Blühstreifen angelegt und mit großem Engagement trotz der trockenen Witterung in 2018 unterhalten.
Es ist vorgesehen, bei der Gestaltung der Grünfläche im Bebauungsplangebiet 113 Pulheim zwischen Pulheim und Geyen zwei große Wildblumenwiesen anzulegen. Die Entwurfsplanung für diesen Bereich wurde dem Umweltausschuss in der Sitzung des Umweltausschusses am 27.03.2019 vorgestellt. Wie im Nordpark Pulheim am nordwestlichen Ortsrand von Pulheim, der seit seiner Eröffnung im Jahr 2013 in den Sommermonaten durch ein sich jährlich veränderndes Blütenmeer geprägt ist, soll auch hier regionales Saatgut zum Einsatz kommen. Gleichzeitig werden, wie im Nordpark auch, Obstbäume und zusätzlich Wildrosen gepflanzt. Auch diese Maßnahmen tragen zur Insektenfreundlichkeit der Flächen bei. In der Amsterdamer Straße in Stommeln ist geplant, eine kleinere Grünfläche zu überarbeiten. Dabei sollen zwei zurzeit mit Bodendeckern bewachsene Bereiche durch eine Einsaat mit regionalem Saatgut neu und insektenfreundlich gestaltet werden.

Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem im Ratsinformationssystem auf der Internetseite der Stadt Pulheim unter https://www.pulheim.de/rat-und-verwaltung/stadtrat/ratsinfosystem/ :

„Förderung endogene Wildkrautflora“ -> Vorlage Nr. 353/2017 und
Vorlage Nr. 367/2018

„Grünflächenplanung BP 113“ -> Vorlage Nr. 53/2019

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www.pulheim.de
stadtpulheim@pulheim.de

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Die Friedhöfe im Stadtgebiet
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