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Trilogie

Thema »Totentanz« 5
Ausstellung – Lesung – Konzert

Der »Totentanz« ist seit dem Mittelalter ein wichtiges Thema in der Bildenden Kunst, der Musik und der Literatur. Er verdankt seine Entstehung der sog. Tanzwut, die während der Großen Pest (1347–1353) als exzessive Reaktion und auch als metaphorisches Bild aufkam. Der personifizierte Tod tanzt mit den Vertretern der Lebensalter und Stände, er weist damit sowohl auf seine Unerbittlichkeit als auch auf die nachfolgende Gerechtigkeit hin. So ist er v. a. auch ein Aufruf zum gottgefälligen Leben. Im Kontext der Ausstellung verweist die Trilogie aus Bild, Wort und Ton auf den großen thematischen Zusammenhang, der mit ausgewählten Beispielen aus Literatur und Musik zu einem Gesamterlebnis verdichtet wird.

Ausstellung von Helmut Anton Zirkelbach zum Thema »Totentanz«
Helmut Anton Zirkelbach hat sich besonders mit Radierungen einen Namen gemacht. Seine Formensprache bewegt sich zwischen expressivem Realismus und abstrahierenden wie informellen Ausdrucksweisen. In kleinen und großen Formaten verbindet er auch Öl, Graphit und Acryl zu beeindruckenden Arbeiten, in denen monochrome Farbfelder neben bewegter Linienkunst stehen. Jährlich werden seine Werke im In- und Ausland sowie auf Kunstmessen präsentiert. Schwerpunkt dieser Ausstellung sind künstlerisch und technisch brillante Bilder aus dem »Tailfinger Totentanz« (2008), der mit seinen Symbolen und Metaphern eine ganz eigene Geschichte beschreibt. Aber auch das thematische und formale Umfeld von zum Bei-spiel Melancholie, Vergänglichkeit, Verbindung von Tod und Leben sowie nicht-figurativen Farbfeldern erweitert das Blickfeld und hinterlässt keine Endzeitstimmung. Es ist eine Aus-stellung, die nachdenklich macht und zugleich begeistert. Die Ausstellung bietet eine konzentrierte Begegnung mit aktueller Kunst der Radierung auf höchstem Niveau.
Am 26. November – ein Tag vor Ende der Ausstellung - gibt es noch eine Besonderheit:
Helmut Anton Zirkelbach bringt eine mobile Druckpresse mit. Er wird unter den Augen der Zuschauer zunächst die Druckplatte für eine Kaltnadel-Radierung schaffen, sie dann einfärben und abdrucken. So werden die Ausstellungsbesucher nicht nur die fertigen Produkte sehen, sondern auch einmal den gesamten Werkprozess von der Idee bis zur signierten und nummerierten Grafik verfolgen können. Von einer Druckplatte kann man in Schwarz/Weiß oder mehrfarbig viele Blätter abziehen. Die Betrachtung eines gerade aus der Presse kom-menden Blattes ist - auch für den Künstler - immer ein besonderer Moment.
Um Anmeldung per e-mail oder Telefon wird gebeten!
29.10. bis 27.11.2016 im Winterrefektori um Di bis So 14–17 Uhr, Eintritt frei.
Vernissage: 28.10.2016, 19 Uhr

Lesung mit Anna Stahl / Literarischer Totentanz – Ein Querschnitt durch die Jahrhunderte
In der Regel denkt man beim Wort Totentanz an Gemäldezyklen. Doch auch die Literatur
hat ihr Totentanz-Genre. Ihre Hochzeit hat sie im Mittelalter, einer Zeit, in der sich die
Menschen, Gewalt, Kriegen und Seuchen ausgesetzt sahen. Aber auch schon in der Antike
findet sich diese Thematik, die bis in die Gegenwartsliteratur bestehen bleibt: Die Allegorie
des tanzenden Knochenmanns. Die Gleichheit aller vor dem Tod, der Triumph des Todes.
Jeder muss sterben, man kann ihm nicht ausweichen. Macht, Vermögen und Schönheit
sind nutzlos. Es kommt auf die richtige Vorbereitung auf das Leben nach dem Tod an.
In der Mitte unserer Themenwoche »Totentanz « gelegen, erwartet Sie ein spannender
literarischer Querschnitt. Die Lesung der Theaterkünstlerin Anna Stahl zum »dans macabre« führt von Anakreon über Vado-Mori-Gedichte aus dem 13. Jahrhundert und Te xten der Ars Moriendi (15. Jahrhundert) zu so großen Namen wie Johann Wolfgang von Goethe, Arthur Rimbaud, Rainer Maria Rilke und Thomas Mann. Zu Lyrik und Sagen treten Kurzgeschichten und philosophische Abhandlungen.
Samstag, 29.10.2016, 20 Uhr, Winterrefektorium, Eintritt: 10 € / Mitgl. 8 €

Konzert mit dem Minguet Quartett
Den Abschluss der Trilogie von Ausstellung, Lesung und Konzert zum Thema Totentanz
bildet ein Konzert des Minguet Quartetts. Hier erhalten Empfindungen musikalischen
Ausdruck, die von expressiven Psychogrammen in Weberns Bagatellen über das unter
dem Eindruck des Selbstmordes Paul Celans entstandene Streichquartett Peter Ruzickas bis
zur düsteren Stimmung von Schuberts »Totentanz « reichen. In leidenschaftlichen Interpretationen versuchen die vier Musiker des Minguet Quartetts (Namenspatron ist Pablo Minguet,
ein spanischer Philosoph des 18. Jahrhunderts) ihren Zuhörern einen Zugang zu diesen Empfindungen zu bereiten. Das Ensemble konzentriert sich auf die klassisch-romantische Literatur und die Musik der Moderne gleichermaßen und engagiert sich durch zahlreiche Uraufführungen für Kompositionen des 21. Jahrhunderts. Das 1988 gegründete
Quartett zählt heute zu den international gefragtesten Streichquart etten und gastiert in
allen großen Konzertsälen der Welt. 2010 wurde das Minguet Quartett mit dem begehrten
ECHO Klassik ausgezeichnet.
Samstag, 12. November 2016, 20 Uhr im Kaisersaal, Eintritt: 17 Euro / Mitgl. 12 Euro

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