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Kunstprojekt Synagoge Stommeln

Foto: Piotr Zamojski 2002

Heute ist in der ehemaligen Synagoge in Pulheim-Stommeln ein einzigartiges Kunstprojekt beheimatet, das Projekt Synagoge Stommeln.

Als eine der wenigen Synagogen in Deutschland überstand die 1882 erbaute Stommelner Synagoge die nationalsozialistischen Pogrome 1938 unbeschädigt. Um eine breite Öffentlichkeit auf die historische Stätte aufmerksam zu machen, wurde 1990/91 das Kunstprojekt Synagoge Stommeln initiiert: Eigens für die Synagoge entwickelte Arbeiten renommierter Gegenwartskünstler sollen für den historischen Gehalt des Orts sensibilisieren. Das Konzept der Reihe sieht vor, dass einmal im Jahr eine künstlerische Intervention stattfindet, die mit dem Raum, - mit seiner Geschichte, mit seiner Architektur -, eine enge Wechselbeziehung eingeht.

Die erste Arbeit in der Synagoge wurde 1991 von Jannis Kounellis realisiert, ihm folgten Richard Serra, Georg Baselitz, Mischa Kuball, Eduardo Chillida, Maria Nordman, Carl Andre, Rebecca Horn, Erich Reusch, Giuseppe Penone, Roman Signer, Lawrence Weiner, Rosemarie Trockel, Richard Long, Sol LeWitt, Santiago Sierra, Max Neuhaus, Maurizio Cattelan, Olaf Metzel und in diesem Jahr Daniel Buren.

Weitere Informationen zum Projekt Synagoge Stommeln 2010

Die lokale Presse widmet den Synagogenausstellungen breiten Raum, regelmäßig erscheinen Rezensionen in der Fachpresse, im Hörfunk, in überregionalen Tageszeitungen.

In 2007 konnte die Kulturabteilung mit Max Neuhaus' Klanginstallation Time Piece Stommeln erstmals ein Kunstprojekt realisieren, das dauerhaft in Stommeln bleibt.

Time Piece Stommeln greift auf eine halachische Zeitberechnung, auf jüdisches Religionsgesetz, zurück. Die Zeitdauer zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang wird in zwölf gleiche Abschnitte unterteilt, jeder Abschnitt wird mit einem von Neuhaus entwickelten Klangsignal markiert: der Klang beginnt unhörbar und schwillt über die Dauer weniger Minuten unmerklich an, um plötzlich abrupt abzubrechen und ein Empfinden von Stille zu erzeugen.

Mit dieser Arbeit gibt Neuhaus der Synagoge eine Stimme und projiziert sie akustisch in den Mittelpunkt des Ortes, auf den Dorfanger.

Time Piece Stommeln kann zwölf mal am Tag gehört werden, zu jeweils wechselnden Zeiten. Bis Oktober ist ungefähr um 12:18 Uhr das mittägliche Klangsignal zu hören. Vom 30.10. an springt das Mittagssignal auf ca. 12:10 Uhr. Im Herbst kann von diesem Zeitpunkt aus in 50minuten-Abständen weitergerechnet werden. Genauere Auskünfte erteilt die Kulturabteilung.

Außer der Synagoge befindet sich in Stommeln der ehemalige jüdische Friedhof an der Nagelschmiedstraße. Die von der SA angerichteten Verwüstungen wurden – soweit möglich – beseitigt. Heute wird der Friedhof von der Stadt gepflegt. 17 Grabsteine sind gut erhalten, weitere neun zu unterschiedlichen Graden beschädigt. Der größte Teil der Grabsteine stammt aus der Zeit zwischen 1900 und 1934.

Synagoge Stommeln, Hauptstraße (hinter Haus Nr. 85), 50259 Pulheim-Stommeln
Besichtigungen: außerhalb der Ausstellungen nur nach Anmeldung unter 02238/808-188, -189 oder -194

Informationen: Stadt Pulheim, Kulturabteilung, Angelika Schallenberg, Telefon: 02238/808-188

E-Mail an Frau Schallenberg

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