Alte Kölner Straße 26
50259 Pulheim
Telefon: 02238 - 808-0
Telefax: 02238 - 808-345
www.pulheim.de
stadtpulheim@pulheim.de
Vormittags:
Montag - Freitag
von 08.30 Uhr bis 12.00 Uhr
Nachmittags:
Montag - Mittwoch
von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Donnerstag
von 14.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Stadtbild.Intervention ist ein Projekt der Stadt Pulheim, die seit 1998 alljährlich eine Künstlerin oder einen Künstler einlädt, eine Intervention im öffentlichen Raum zu realisieren. Weitere Informationen finden Sie unter www.stadtbild-intervention.de
In diesem Jahr hat die Kulturabteilung die Künstlerin Johanna Billing aufgefordert, die Projektreihe der Stadtbild.Intervention fortzuführen und eine Arbeit im öffentlichen Raum zu entwickeln.
Johanna Billing ist eine schwedische Konzeptkünstlerin, welche vorwiegend mit dem Medium Video arbeitet. Sie verknüpft in ihren Filmen und Installationen bewusst Elemente von Dokumentarfilm, Videoclip und Performance.
In ihren Arbeiten studiert die Stockholmer Künstlerin Milieus und lokale Szenen. Sie initiiert in diesen soziale Situationen und Events, die sie mit der Kamera distanziert beobachten lässt und im Anschluss das gesammelte Material zu ihren Filmen komponiert. Sie selbst unterstützt die Gruppe bei ihrem gemeinschaftlichen Vorhaben und fungiert abwechselnd als Künstlerin, Regisseurin und Produzentin. Bis auf die Arbeit Magical World, welche sich auf einen Kinderchor konzentriert, sind die Protagonisten in Billings Aktionen meist junge Leute zwischen Anfang zwanzig und Anfang dreißig, die Projekte reichen von Tanz- und Musik-Workshops über einen Umzug bis hin zur Segelschule.
Ihre bewusst klar strukturierten Videoarbeiten zeigen das Zusammentreffen einer Gruppe und einen anschließenden Verwandlungsprozess. Es offenbaren sich Bilder von Lernprozessen und den Versuchen innerhalb der Gemeinschaft etwas Neues zu entwickeln. Dabei zeichnen sich dialektische Abhängigkeitsstrukturen zwischen dem Individuum und der Gruppe ab – Selbstentfaltung und Determinierung. Der andauernde Lern- und Anpassungsprozess wird im Soundtrack und dem anschließenden Dokumentarfilm reflektiert, sie laufen in Endlosschleife.
Eine große Rolle in ihren Werken spielt außerdem die Musik. Deren soziale Dimension, wie das Generieren von Zusammengehörigkeit, ist der Ausgangspunkt für viele ihrer Arbeiten und oftmals titelgebend. Die gemeinsamen Proben und die Musikproduktion entwickeln sich zur Erforschung und zum Zelebrieren von Erfindung, Selbstausdruck und Identität. Mit Vorliebe wählt sie Lieder von Arthur Russel, Roky Erickson, Rotary Connection oder auch Wildbirds & Peacedrums, die in ihren Projekten neu interpretiert – gecovert – werden. Aspekte ihrer Arbeiten, nämlich Determinierung, Individualität und Wiederholung werden in dieser Vorhergehensweise geeint.
Johanna Billing studierte von 1994 bis 1999 an Schwedens größter Kunst- und Designschule, der Kunsthochschule Konstfack in Stockholm. Ihr wurden zuletzt umfangreiche Einzelausstellungen in Malmö, Basel, Melbourne und Bristol gewidmet. Im Jahr 2007 wurde sie zur documenta 12 (Kassel), im Jahr 2008 von der Modern Tate (London) eingeladen, während unter Anderen das Museum of Contemporary Art (L. A.) und das Musée d'Art Moderne (Paris) Werke angekauft haben.
Auf Einladung der Kulturabteilung der Stadt Pulheim realisiert der in Berlin lebende Künstler Michael Sailstorfer sein Projekt Pulheim gräbt im Rahmen der Reihe „Stadtbild. Intervention“.
Auf einem brach liegendem städtischen Grundstück an der Jakobstraße wurde im August 2009 Gold im Wert von 10.000€ vergraben; insgesamt 14 Barren à 10 Gramm und 14 Barren à 20 Gramm. In Anschluss daran wurde auf der Freifläche gelber Senf ausgesät. Mit einer Pressekonferenz am Donnerstag, den 29. Oktober wurde dann das Feld der Öffentlichkeit überantwortet.
Sailstorfers Projekt löste einen Prozess des Umgrabens auf einem städtischen Grundstück aus. Circa 150 Menschen beteiligten sich an der friedvollen Schatzsuche, überwiegend Familien mit Kindern und Jugendliche.
Die gemeinsame Suche gab dem ungenutzten Feld ein neues Gesicht. Unterschiedliche Anhöhen und tiefe Gräben fügen sich zufällig aneinander, hier und da finden sich zurückgelassene Arbeitsmaterialien wie Schaufel und Harke. Die neu entstandene Struktur des Feldes dokumentiert die Spuren der Goldsuche und offenbart dabei skulpturale Qualitäten.
Doch was hat das mit Kunst zu tun? Und ist das überhaupt Kunst? Diesen und anderen Fragen wurde in einer Podiumsdiskussion Mitte Januar im Kleinen Saal des Kultur- und Medienzentrums Raum gegeben. Es diskutierten der Künstler Michael Sailstrofer, Martin Germann (Kestner Gesellschaft) und Christoph Schreier (Kunstmuseum Bonn).