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Pulheim ist „Ort der Vielfalt“
Als eine von 93 Kommunen ist Pulheim in Berlin zum „Ort der Vielfalt“ ernannt worden. Im Namen der Bundesregierung zeichnete der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues, Städte, Gemeinden, Kreise sowie Regionen aus ganz Deutschland für ihr beispielhaftes Engagement im Kampf gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt aus.
Für die Stadt Pulheim nahmen Bürgermeister Dr. Karl August Morisse und Sozialdezernent Florian Herpel sowie Alina Maggiore als Vertreterin des Netzwerkes Buntes Pulheim die Auszeichnung im Kongress-Center Station-Berlin entgegen.
„Wir zeichnen nicht nur Orte und Gemeinden aus, sondern vor allem die Menschen, die sich engagieren. Sie sind Vorbilder im Denken und Handeln“, sagte Dr. Hermann Kues anlässlich der Preisverleihung. „Nur gemeinsam können wir demografische Werte vermitteln und so dafür sorgen, dass Vielfalt und Toleranz in Deutschland gelebt werden.“
Herausragendes Projekt in Pulheim bei der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus ist die Kunstreihe in der Synagoge Stommeln. Das Synagogenprojekt erinnert an die Ermordung von Millionen jüdischer Männer, Frauen und Kinder durch den nationalsozialistischen Staat und seine willigen Helfer. Sie dient dem Gedenken an die Getöteten und ruft dazu auf, Intoleranz gegenüber Minderheiten und jeder anderen Form von Missachtung der Menschenwürde aktiv entgegenzutreten. Die ehemalige Benediktinerabtei in Brauweiler war in der NS-Zeit Arbeitsanstalt, Gestapogefängnis und Konzentrationslager. Der Pulheimer Geschichtsverein hat die Geschichte der Abtei in zahlreichen Publikationen aufgearbeitet. Am 9. November 2008 ist dort eine Gedenkstätte eröffnet worden.
Zum Gedenken an die Pogromnacht hat die städtische Kulturabteilung den pädagogischen Leiter der Gedenkstätte Yad Vashem zu einem Vortrag in das Geschwister-Scholl-Gymnasium Pulheim eingeladen. In mehreren Konzertreihen werden auch Programme jüdischer oder im Nationalsozialismus ermordeter Komponisten aufgeführt.
Im Rahmen der städtischen Kinder- und Jugendarbeit werden Konzerte mit dem Titel: „Rock gegen Gewalt – für Toleranz“ organisiert. Unter Beteiligung der Mobilen Jugendarbeit Pulheim ist ein Fußballturnier unter dem Titel: „Pulheim kickt – gegen Rassismus, Fußball für Toleranz“ durchgeführt worden. Alle Pulheimer Jugendeinrichtungen sind offen für Besuchergruppen mit Migrationshintergrund. Im Kinder- und Jugendhaus Zahnrad gibt es einen Ansprechpartner für Jugendliche, die aus der rechtsextremen Szene aussteigen wollen. Bereits seit vielen Jahren wird ein Aufkleber mit der Aufschrift „Ein Zeichen setzen gegen Rechts“ verteilt. Das Thema Rechtsextremismus wird regelmäßig mit Vertretern der Staatsschutzabteilung der Kölner Polizei erörtert. Die Mitarbeiterin der Mobilen Jugendarbeit ist Mitglied im Netzwerk Buntes Pulheim. Im November 2007 fand in Kooperation mit dem Pulheimer Gymnasium eine Theaterveranstaltung für Jugendliche zum Thema Rassismus, Gewalt und Abhängigkeit statt. Die Brauweiler Sportnacht setzt sich aktiv für Vielfalt, Toleranz und Demokratie ein. Sie wird einmal monatlich organisiert.
„Über diese Auszeichnung freuen wir uns sehr“, erklärte der Beigeordnete Florian Herpel nach der Veranstaltung in der Bundeshauptstadt. Die Bedeutung für Pulheim könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, so der Dezernent.