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Raumklänge 2015

27. Mai bis 14. Juni 2015

Die Raumklänge sind ein Forum für verschiedene Spielarten Neuer Musik. In der Alten Kirche St. Martin in Pulheim-Stommeln finden jährlich im Frühling Konzerte komponierter und improvisierter zeitgenössischer Musik statt.
Zum Auftakt des Programms 2015 wird der Kölner Komponist und Kontrabassist Sebastian Grams, gemeinsam mit dem Züricher Duo Stauder & Frey einen Kontrabassabend gestalten.
In den weiteren Konzerten der Raumklänge 2015 liegt der Schwerpunkt auf Vokalkompositionen. Zum 80. Geburtstag von Helmut Lachenmann werden Mitglieder des Ensemble E-Mex, gemeinsam mit der Sängerin Hasti Molavian, Werke von Lachenmann und ihm nahestehenden Komponisten aufführen.
Im Rahmen der Raumklänge spielen Uraufführungen und Erstaufführungen eine wichtige Rolle. In diesem Jahr wurde ein Kompositionsauftrag an Harald Muenz vergeben. Die neue Komposition für Sänger und Kinderchor wird in Stommeln uraufgeführt.

„Raumklänge 2015“ ist die vierte Zusammenarbeit der Kulturabteilung der Stadt Pulheim mit dem Kölner Künstler-Kurator Georg Dietzler. In einem zweiten Programmteil finden Konzerte der Raumklänge in Köln statt. Zusammengestellt wird das Programm von Harald Kimmig und Georg Dietzler.

Das Programm in Stommeln

Kontrabassabend mit Sebastian Gramss, Daniel Studer und Peter K. Frey
Mittwoch 27. Mai, 20 Uhr

ECHO-Preisträger Sebastian Gramss und seine Kollegen Daniel Studer und Peter K. Frey werden in verschiedenen Improvisationen zeigen, zu welcher Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten der Kontrabass als Solo- und Duoinstrument fähig ist.

Sebastian Gramss
Der Kölner Kontrabassist und Komponist Sebastian Gramss gilt seit Jahren als einer der führenden Köpfe der deutschen Musikszene im Bereich der zeitgenössischen Musikund des Jazz. Tourneen und Konzerte führten ihn nach Afrika, Australien, Asien, Russland, USA; Pakistan, Indien und Mexiko und durch ganz Europa.
Bereits vor 20 Jahren gründete er die bekannte Gruppe UNDERKARL; In jüngster Zeit ist er unter anderem mit seinem Trio FOSSILE 3 und dem neuen Trio SLOWFOX unterwegs. Darüber hinaus schrieb er Musik für Pina Bausch, zahlreiche Hörspielmusiken, Film- & Theatermusik sowie für das 50- stimmige Kontrabassorchester BASSMASSE (Moers Festival 2014).
Aktuell arbeitet er, neben seinen verschiedenen Gruppen, an dem internationalen Kontrabass CD-Projekt „Thinking of...“ zu Ehren des verstorbenen Kontrabass Meisters Stefano Scodanibbio.
Gramss ist Dozent für Kontrabass an der Musikhochschule in Köln und am IFM in Osnabrück, Improvisation an der Europäischen Akademie in Montelpulciano in Italien und Curator der Art Omi Residency in New York.

Peter K. Frey
1941 geboren. Als Kontrabassist spielt er hauptsächlich frei improvisierte Musik. Neben der Konzerttätigkeit ist er als Komponist für musikszenische Produktionen, sowie für Installationen mit bildenden Künstlern tätig. Zusammen mit der Keramikerin Theres Stämpfli realisiert er seit 1993 regelmäßig Installationen unter dem Titel TON.
Zur Zeit spielt er im Trio KARL ein KARL (mit Michel Seigner, und Alfred Zimmerlin), im Kontrabassduo Studer-Frey und mit Domino von Markus Eichenberger sowie Solo. 1978-2009 arbeitete er auch als Lehrer für improvisierte Musik und Musik am Computer an verschiedenen Institutionen (Musikhochschule Luzern, Musikakademie Basel, F+F Kunstschule Zürich, Hochschule für Soziale Arbeit Zürich etc.).
Er war Mitbegründer und ist Co-Leiter der Werkstatt für Improvisierte Musik (WIM) Zürich und Mitglied des Vereins “improvisieren.org", der von 1990 bis 2005 alle drei Jahre die Internationale Tagung für Improvisation, Luzern organisierte und an der Musikakademie Basel während mehreren Jahren einen Nachdiplomkurs für improvisierte Kammermusik durchführte.

Daniel Studer
1961 geboren, lebt mit seiner Familie in Zürich. Kontrabassdiplom, Gastkomponist im Elektronischen Studio in Basel, Kompositionsstudium bei Johannes Schöllhorn.
Freie Improvisation und gemischte Formen von Improvisation und Komposition sind Zentrum der Arbeit. Verschiedene Raumprojekte, Projekte mit Live Electronics. Musik und Text, Musik und Tanz, Musik zu Videopoesien. Gezielte Auseinandersetzung mit dem Instrument und daraus folgende solistische Tätigkeit.
Längere Zusammenarbeit mit Peter K. Frey, Mischa Käser, Katharina Klement, Giancarlo Schiaffini, Dieter Ulrich, Alfred Zimmerlin. Gruppenarbeit mit dem Kontrabassduo Studer-Frey, III-VII-XII (Mischa Käser und Urs Haenggli) und dem Streichtrio Kimmig-Studer-Zimmerlin. Konzerte, Festivals und Radioaufnahmen.

Mit freundlicher Unterstützung von Pro Helvetia

Ensemble E-Mex - Helmut Lachenmann zum 80. Geburtstag
Sonntag 31. Mai, 18 Uhr

Die iranische Mezzosopranistin Hasti Molavian wird in Stommeln gemeinsam mit vier Musikern des Ensembles E-Mex, Evelin Degen (Flöten), Burkhart Zeller (Cello), Michael Pattmann (Schlagzeug und Klangregie/Elektronik) und Joachim Striepens, (Bassklarinette/Kontrabassklarinette) eine musikalische Hommage zu Lachenmanns 80. Geburtstag erklingen lassen
Ein eigens für die Alte Kirche in Pulheim-Stommeln konzipiertes Programm mit zwei exemplarischen Werken des Komponisten, einem Schlüsselwerk seines Lehrers Luigi Nono und Werken von zwei ehemaligen, mittlerweile sehr renommierten Schülern Lachenmanns, nämlich Mark André und Jörg Birkenkötter.

Hasti Molavian
Geboren 1988 in Teheran, Iran studierte Hast Molavian zunächst Violine. Nach mehrjähriger Tätigkeit in verschiedenen iranischen Kammerorchestern ging sie von 2007-2013 zum Gesangsstudium bei Prof. Rachel Robins an die Folkwang Universität der Künste in Essen, wo sie seit 2013 im Masterstudiengang Gesang eingeschrieben ist.
Seit 2010 erhielt Molavian verschiedene Stipendien und Auszeichnungen, u.a. der Charlotte und Walter Hamel Stiftung, Hannover (2012) sowie Deutschlandstipendium (2013/2014). Während ihres Studiums war Hasti Molavian an verschiedenen Opern-, Konzert- und Oratorienproduktionen an der Folkwang UdK, Essen beteiligt. Außerdem sang sie bei der Ruhrtriennale mit den Bochumer Symphonikern im Moses und Aron-Projekt und 2010 in der Uraufführung Leila und Madschnun-Tamimi sowie in H. Lachenmanns Das Mädchen mit den Schwefelhölzern mit dem hr-Sinfonieorchester, zum Festival für Neue Musik mit der Philharmie Essen mit dem Liederzyklus Eingedunkelt von A. Reimann und „Now! America“
2011 bis 2014 war sie Ensemblemitglied der Jungen Oper Dortmund, u.a. im Tannhäuser (Edelknabe), M. Svobodas Der unglaubliche Spotz (Albert Einstein), in der Kinderoper Schaf (Sängerin) von S. Kassies und im Musik-Theaterprojekt Außer Kontrolle: Carmen (Carmen) zu sehen. 2013 hatte Hasti Molavian einen Gastvertrag als Cenerentola am Theater Hagen und sang in der Zauberflöte die 2. Dame an der Kammeroper Schloss Rheinsberg im Sommer 2014

Ensemble E-Mex
Das E-MEX-Ensemble wurde 1999 von sechs Musikern aus Köln und dem Ruhrgebiet gegründet und hat sich schnell einen hervorragenden Ruf erworben. Idee des Ensembles ist es, eng und in direktem persönlichen Austausch mit Komponisten zusammenzuarbeiten. Mittlerweile ist das Repertoire auf über 300 Stücke in unterschiedlichsten Besetzungen angewachsen und umfasst auch zahlreiche Werke von internationalen Klassikern der neuen Musik wie Elliot Carter, Iannis Xenakis, Franco Donatoni, Gérard Grisey, Toshio Hosokawa, Salvatore Sciarrino oder Helmut Lachenmann.
E-MEX entwickelt eigene Konzertreihen, wird mit vielen Uraufführungen betraut und tritt regelmäßig bei Konzerten und Festivals in zahlreichen europäischen Ländern und in Asien sowie Nord- und Südamerika auf. Komponisten wie Sven-Ingo Koch, Elena Mendoza, Valerio Sannicandro, Vassos Nicolaou, Yasuko Yamaguchi, Karin Haußmann und Gordon Kampe haben Stücke eigens für das E-MEX-Ensemble geschrieben. Zu den wichtigsten Projekten der letzten Jahre gehören diverse CD-Produktionen beim Deutschlandfunk Köln, Konzertreisen nach Japan, Chile, Korea und China sowie Konzertmitschnitte beim SWR, WDR und DLF.
Das Ensemble hat es sich zur Aufgabe gemacht, Neue Musik an Orte zu bringen, die ein erweitertes Kunstverständnis möglich machen: Mit seinen Konzertreihen in Museen hat E-MEX sich ein einzigartiges Format erarbeitet, das eine nachhaltige Form der Musik- und Kunstvermittlung anstrebt. Die Konzerte, oft mit programmatischem Bezug zu den jeweiligen Ausstellungen, eröffnen die Möglichkeit einer Rezeption von Kunst aus neuen Perspektiven. Konzerteinführungen oder speziell für Kinder und Jugendliche aufbereitete Programme beleben zusätzlich den Dialog der zeitgenössischen Musik mit ihrem Publikum. Dabei ist es dem Ensemble auch ein Anliegen, Verbindungen von Musik mit anderen Kunstformen wie Schauspiel, Literatur, Performance und multimedialen Arbeiten einzugehen, wie sie die gegenwärtigen Entwicklungen der zeitgenössischen Musikszene vermehrt mit sich bringen.

Luigi Nono La fabbrica illuminata (1964)
für Sopran und Vierspur-Tonband
Helmut Lachenmann Pression (1969/70)
für einen Cellisten
Jörg Birkenkötter Ins weitere... (1998)
für Altflöte/Piccolo, Schlagzeug und Bassklarinette
Mark André iv 7 (2008)
für Kontrabassklarinette
Helmut Lachenmann temA (1968)
für Stimme, Flöte und Violoncello

Zwei Klanglandschaften von Harald Muenz
Freitag 12. Juni, 20 Uhr & Sonntag 14. Juni, 18 Uhr

durch die vögel (2011)
Eine Sprachlandschaft für John Cage
Quadrophone Tonbandkomposition von Harald Muenz (Komposition) und Florian Neuner (Text)
Stimmen: John Cage, Jörg Gruneberg, Urs Jaeggi, Bruni Muenz, Harald Muenz, Florian Neuner, Sigrid Sachse, Christian Steinbacher, Liesl Ujvary
Kompositionsauftrag von hr2-Kultur

I Fiffari (2015) Uraufführung
Raumklangkomposition mit Vogelstimmen, Zuspielung und vier Bläsern
Ortrud Kegel (Querflöte), Lucia Mense (Blockflöte), Heather Roche (Klarinette), Christine Chapman (Horn)
Jugendchor ConTakt und Gäste, Einstudierung: Georg & Sigrid Sachse
Kompositionsauftrag von Raumklänge 2015

„Über die letzten Jahre konnte ich eine große Sammlung unterschiedlicher Vogelstimmenpfeifen zusammentragen, für die ich komponieren wollte. Schließlich inspirierte mich die Alte Kirche St. Martin zu der ortsbezogenen Arbeit I Fiffari (2015). Umgeben von einem Kreis vogelstimmiger MusikerInnen, vier Lautsprechern und vier traditionellen Blasinstrumenten ist das Publikum hier eingeladen, seinen Hörwinkel in alle Raum-Richtungen zu öffnen. Vielfältige Interaktionen echter und künstlicher Vogelstimmen ermöglichen ein Zwischenreich aus Natur-Mimikry und akustischer Illusion. Als Gegen-Stück hierzu kann die Sprach-Raum-Landschaft durch die vögel (2011, Gemeinschaftsarbeit mit dem Dichter Florian Neuner) aufgefasst werden, die am selben Abend zu hören sein wird: Sie ist textlich auf John Cages ‚Für die Vögel' bezogen, nutzt menschliche Stimmen, kommt ohne Live-Musiker und fast ganz ohne Vögel aus.” (hm 2015)

Harald Muenz studierte Komposition bei Lachenmann, Meyer, Fritsch, Humpert und Barlow sowie am Detmolder Tonmeisterinstitut und am Institut für Phonetik der Kölner Universität. Er ist Träger des Förderpreises Musik NRW, des Forschungspreises NRW, bekam das Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendium der Stadt Köln, wurde zu Arbeitsaufenthalten in die Villa Aurora/Los Angeles und auf den Künstlerhof Schreyahn eingeladen. Zusammen mit Sigrid und Georg Sachse begründete er 2004 die „sprechbohrer“, ein Ensemble, das sich einem Grenzbereich zwischen Musik, Phonetik und Literatur widmet. Von 2001 bis 2005 unterrichtete er Ästhetische Phonetik an der Kölner Universität, seit 2005 hat er eine unbefristete Vollzeitstelle für Komposition am Centre for Contemporary Music Practice der Brunel University in London inne.

Tickets und Vorverkauf

Veranstaltungsort: Alte Kirche St. Martinus, Ingendorfer Straße, 50259 Pulheim-Stommeln
Tickets: 10 €, erm. 5 €
Vorverkauf: Rathaus Pulheim, Alte Kölner Straße 26, 50259 Pulheim, Zimmer 15, Tel. 02238 808-116

Raumklänge ist eine Kooperation von gerngesehen und der Stadt Pulheim in Rahmen der regionalen Kulturpolitik NRW. Die Veranstalter freies rheinland e.V. c/o Georg Dietzler und Stadt Pulheim danken allen Förderern und Veranstaltungspartnern für die Zusammenarbeit: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen; Kunststiftung NRW; Konzert des Deutschen Musikrates, der Pfarrgemeinde St. Martinus Stommeln und den Kölner Partnern.

Gefördert vom

Kontakt

Alte Kölner Straße 26
50259 Pulheim

Telefon: 02238 - 808-0
Telefax: 02238 - 808-345

www.pulheim.de
stadtpulheim@pulheim.de

Öffnungszeiten

Montag - Mittwoch
08.30 Uhr – 12.00 Uhr
14.00 Uhr – 16.00 Uhr

Donnerstag
08.30 Uhr – 12.00 Uhr
14.00 Uhr – 18.00 Uhr

Freitag
08.30 Uhr – 12.00 Uhr

Zusätzlich im Einwohnermeldeamt
Dienstag 16.00 Uhr – 18.00 Uhr
Donnerstag 18.00 Uhr – 19.00 Uhr


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