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Raumklänge 2014

Ausgefallene Musik

Pulheim-Stommeln / Köln

Mit der 2014er Ausgabe der Reihe Raumklänge laden wir ein zu „ausgefallener“ Musik: Auf der Suche nach Übergängen zwischen vertrauten und ungewohnten Klangbildern sind wir auf ausgefallene Instrumente gestoßen. Da gibt es zum einen die Doppelschalltrichter-Instrumente der musikFabrik Köln, zum anderen gibt es eine ausufernde Sammlung von Alltagsgegenständen, die Olivier Toulemonde im Dialog mit Mathias Forges leise gespielter Posaune zu Instrumenten macht. KARL ein KARL entwickelt aus Video, Sprache und Live-Musik ein Musiktheater-Poem über das Scheitern von Ernest Shakletons Antarktis-Expedition 1914-1916. Höhepunkt der 1. Jahreshälfte aber dürfte die Begegnung mit einem Altmeister der FLUXUS-Bewegung sein: Mit Charme und einem Augenzwinkern führt Ben Patterson vor, wie aus Papier, Stimme und einer Reihe von Spezialinstrumenten Klang und zeitgenössische Kunst entstehen.
Durch die Förderung des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen war es nicht nur möglich, ein anspruchsvolles und mit einer Musiktheaterproduktion auch recht schwergewichtiges Programm im Rahmen der Kooperation zwischen Pulheim und Köln zusammenzustellen, sondern vor allem konnte auch ein Kompositionsauftrag vergeben werden – an den Träger des Bernd-Alois-Zimmermann-Stipendiums 2012, Niklas Seidl, der für die Doppelschalltrichter des Ensembles musikFabrik „alles, dies & das und noch viel mehr“ geschrieben hat.

„Raumklänge - Ausgefallene Musik“ ist die dritte Zusammenarbeit der Kulturabteilung der Stadt Pulheim mit dem Kölner Künstler-Kurator Georg Dietzler. Dabei wird ein Teil des gemeinsamen Programms im Frühsommer stattfinden – überwiegend in Stommeln; der zweite Programmteil folgt im Herbst – dann überwiegend in Köln. Zusammengestellt wird das Programm von Harald Kimmig und Georg Dietzler.

Noch eine Besonderheit: Im Rahmen der vorjährigen Kooperation wurde ein Kompositionsauftrag an Marcus Schmickler vergeben, der die Raumklänge 2014 bis an die Kölner Philharmonie gebracht hat: Schmicklers Klanginstallation „COPULA E / Semiotic Chora“ bildet bis zum 20. Mai ein klingendes Vordach an der Fassade der Philharmonie.

Mi 21. Mai 2014, 20 Uhr: Ensemble musikFabrik

Ensemble musikFabrik / Marco Blaauw (Trompete), Christine Chapman (Horn), Bruce Collings (Posaune) und Melvyn Poore (Tuba) - Vier Doppelschalltrichterinstrumente

Uraufführung Niklas Seidl: alles, dies & das und noch viel mehr - Neue Stücke für Doppelschalltrichterinstrumente (2014)

Pulheim-Stommeln / Alte Kirche St. Martin, Ingendorfer Straße
Für das Auftaktkonzert gastiert eines der besten Ensembles Neuer Musik in Stommeln, das in Köln beheimatete Ensemble musikFabrik – nicht das ganze Ensemble, sondern ein Quartett mit Doppeltrichter-Instrumenten. Der in Köln lebende Komponist Niklas Seidl hat erstmals Stücke komponiert für die vier speziell entwickelten Instrumente. Horn, Trompete, Tuba und Posaune haben je zwei Schalltrichter und weitere Ventile. Durch den differenzierten Einsatz verschiedener Dämpfer werden mit den beiden gleichzeitig klingenden Schalltrichtern ungewöhnliche Klangwirkungen erreicht.

Mi 4. Juni, 20 Uhr: Olivier Toulemonde und Mathias Forge

Olivier Toulemonde (Alltagsgegenstände) & Mathias Forge (Posaune)
musique concrète acoustique

Pulheim-Stommeln / Alte Kirche St. Martin, Ingendorfer Straße

„Musique concrète acoustique“ ist die Begegnung von zwei Musikern, die sich von zwei Polen aufeinander zu bewegen. Einer arbeitet ausschließlich mit Alltagsgegenständen und nimmt die Strecke vom Geräusch bis zum klaren Ton, während der Posaunist den Weg vom klaren Ton zum Geräusch geht. Der Kreuzungspunkt dieser beiden Wege in einem ästhetischen Ansatz zwischen Prozesshaftigkeit und amorphen Zuständen ist das, was die Begegnung spannend macht. Als improvisierte Musik ist sie mit Risiko behaftet. Es gibt keine Garantie des Gelingens.

Do 5. Juni, 20:30 Uhr: KARL ein KARL

KARL ein KARL
Der unverrückbare Himmel
Ein Poem für Video, Sprache und Live-Musik über das großartige Scheitern Ernest Shackletons Antarktis-Expedition 1914-1916, fern einer sich im Krieg verheerenden Zivilisation.
Ein Musiktheater-Projekt von KARL ein KARL: Peter K Frey – Kontrabass / Michel Seigner – elektronische Gitarre / Alfred Zimmerlin – Violoncello / Manuel Heyer - Video / Ruth Geiersberger - Performance | Sprecherin / Martin Pfisterer – Sprecher / Barbara Pfyffer – Ausstattung / Peter Schweiger - Regie und Dramaturgie.
Die Deutsche Erstaufführung wird gefördert von Pro Helvetia. Dauer: 80 min.

Köln, Stadtgarten, Venloer Straße 40

Zwei Geschichten von Aufbrüchen in unbekanntes Terrain, die unterschiedlicher nicht sein könnten. „Der unverrückbare Himmel“ schildert in einem vielstimmigen Poem eine nur scheinbar ferne, von Aufbruch, Umwälzungen und Zerstörung gekennzeichnete Zeit.
Am 1. August 1914 sticht eine englische Expedition unter der Leitung von Sir Ernest Shackleton in See, um als Erste eine Überquerung der Antarktis zu versuchen. Die Mannschaft erreicht ihr Ziel jedoch nie. In einer Odyssee treibt sie im Polareis umher. Im August 1916 die Rettung, ohne einen einzigen Mann verloren zu haben. Zur selben Zeit bricht Marie von Bunsen mit einem Ruderboot auf, um Flüsse und Seen in Deutschland zu erkunden und sich allein der Natur auszusetzen. Beide Entdeckungsreisen sind überschattet vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Mi 11. Juni, 20 Uhr: Ben Patterson

Ben Patterson
Fluxus-Ohrwurm: Ein Fluxus-Konzert anlässlich seines Achtzigsten
Paper Piece
Bell Piece
My Tone, Your Tone, His Tone, Her Tone

In den folgenden Tagen ist eine Ben-Patterson-Ausstellung und Klanginstallation im Kirchenraum zu sehen: Zeichnungen, Editionen und Objekte seiner Fluxus-Musik // und anderes

Pulheim-Stommeln / Alte Kirche St. Martin, Ingendorfer Straße

Konzert: 11. Juni, 20 Uhr
Ausstellung | Klanginstallation: Fr 13. bis So 15. Juni, 15 bis 18 Uhr,
Sondertermine auf Anfrage

Benjamin Patterson, Fluxus-Pionier wie auch Neuerer der Musik, wurde 1934 in Pittsburgh (USA) geboren. Er ist noch heute einer der aktivsten Fluxus-Künstler und lebt und arbeitet in Wiesbaden, wo er 2012 mit dem Kulturpreis ausgezeichnet wurde.

Die Veranstalter gerngesehen und die Stadt Pulheim danken allen Förderern und Veranstaltungspartnern für die Zusammenarbeit:

Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
Pro Helvetia (KARL ein KARL)

www.raumklaenge.de www.gerngesehen.de

Kontakt

Alte Kölner Straße 26
50259 Pulheim

Telefon: 02238 - 808-0
Telefax: 02238 - 808-345

www.pulheim.de
stadtpulheim@pulheim.de

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Donnerstag
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Zusätzlich im Einwohnermeldeamt
Dienstag 16.00 Uhr – 18.00 Uhr
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