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Nutzung und Beseitigung von Niederschlagswasser auf dem Grundstück

Die Beseitigung des Schmutz- und Niederschlagswassers, sowie die allgemeine Nutzung der öffentlichen Kanalisation, wird durch die Entwässerungssatzung der Stadt Pulheim geregelt. Nachfolgend erhalten Sie Informationen zu den häufig gestellten Fragen im Bereich der Beseitigung von Niederschlagswasser, sowie der Nutzung von Niederschlagswasser auf dem Grundstück.

Entsorgung von Niederschlagswasser

Das aus Bereich von bebauten, überbauten oder befestigten Flächen gesammelte Niederschlagswasser ist Abwasser im Sinne des § 51 des Landeswassergesetzes NW und fällt somit grundsätzlich unter die Abwasserbeseitigungspflicht der Stadt Pulheim.

Sonstiges Niederschlagswasser z. B. von Rasenflächen oder aus Drainageleitungen stammendes Niederschlagswasser zählt nicht dazu und darf nicht ihn die öffentliche Kanalisation eingeleitet werden.

Bei Mischwassersystemen ist das Niederschlagswasser in den Mischwasserkanal bei Trennsystem in den Regenwasserkanal einzuleiten. Es gelten die Regelungen des § 9 zum Anschluss- und Benutzungszwang der Entwässerungssatzung (Link zur Entwässerungssatzung)

Nachfolgend werden die Hauptfälle zur Niederschlagswasserbeseitigung bei der Stadt Pulheim beschrieben.

• Neubauvorhaben in neuen Baugebieten

Hier wird bereits im Bebauungsplan die Art der Niederschlagswasserentsorgung
festgesetzt. Insbesondere wenn ein Trennsystem angelegt wurde, wird die
komplette Überlassung des Niederschlagsabwassers verlangt.

• Neubauvorhaben im Bestand

Sofern in der Kanalnetzplanung ein Anschluss des Grundstücks vorgesehen war und
die hydraulische Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes ausreichend ist, wird die
Überlassung des Niederschlagsabwassers verlangt.

• Bestehende Objekte

Hier wird auf die Abwasserüberlassung verzichtet, wenn
- in der Kanalnetzplanung ein Anschluss des Grundstücks nicht vorgesehen war,
- die hydraulische Leistungsfähigkeit des Kanalnetzes bereits ausgereizt oder
überschritten ist,
- in der Vergangenheit aufgrund eines früher hydraulisch überlasteten Kanalnetzes die
Übernahme des Niederschlagswassers abgelehnt wurde und der Eigentümer folglich
"gezwungen" wurde, zu versickern oder
- der Anschluss einen unverhältnismäßig großen Aufwand darstellen würde,
beispielsweise wenn
a) erhebliche Investitionen – z.B. durch Neuverlegung von unterirdischen
Abwasserleitungen – erforderlich wären und es sich um eine kleinere Fläche wie
bei einer Garage handelt,
b) der Bau einer neuen Abwasserleitung sehr aufwändig wäre, weil beispielsweise
Gebäude für den Anschluss hinterer Dachflächen unterquert werden müssten oder
c) Niederschlagswasser gepumpt werden müsste.

Ansonsten wird auch hier die Überlassung des Niederschlagsabwassers verlangt.

Eine Befreiung von der Einleitungspflicht für Niederschlagswasser muss in jedem Einzelfall schriftlich durch den Grundstückseigentümer beim Tiefbauamt beantragt werden.

Außerhalb der geschlossen Ortschaften, ohne öffentliche Kanalisation, muss das Niederschlagswasser durch den Eigentümer des Grundstücks selbst, zum Beispiel durch Versickerung, beseitigt werden. Die Beseitigung von Niederschlagswasser durch den Grundstückseigentümer darf jedoch nur mit Zustimmung der Stadt Pulheim erfolgen. Eine Versickerung ist darüber hinaus durch die untere Wasserbehörde des Rhein-Erft-Kreises zu genehmigen.

    Nutzung von Niederschlagswasser auf dem Grundstück

    Das Regenwasser darf auch z.B. in Zisternen gesammelt und für die Gartenbewässerung verwendet werden.
    Der Regenwasserspeicher muss mit einem Überlauf ausgestattet sein und der Überlauf muss an die öffentliche Kanalisation angeschlossen sein.

    Die Nutzungen des Regenwassers als Brauchwasser z. B. für die Toilettenspülung oder für die Waschmaschine im Hause ist erlaubt, aber anzeigepflichtig. Die Anzeige muss schriftlich beim Tiefbauamt eingereicht werden

    Auf die Niederschlagswassergebühr wird unter bestimmten Voraussetzungen ein Abschlag von 40% gewährt.

    Insbesondere ist zu beachten, dass der Abschlag nur für die Dachflächen gewährt, deren Regenwasserertrag den gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik ermittelten Brauchwasserbedarf um maximal 100% übersteigt. Der Antrag muss die Abnahmebescheinigung des Wasserversorgers, eine Bestätigung der ordnungsgemäßen Errichtung durch einen Fachbetrieb sowie Pläne der gesamten Regenwassernutzungsanlage und der daran angeschlossenen Dachflächen beinhalten.

    Des Weiteren müssen auch nachfolgende Voraussetzungen erfüllt sein:

    • Die Dachflächen müssen ordnungsgemäß und dauerhaft an geeignete
    Niederschlagswassersammelanlagen (Zisternen o. ä.) angeschlossen sein.
    • Eine regelmäßige Brauchwassernutzung mittels sanitärer Anlagen und/oder
    Haushaltsgeräten muss gegeben sein.
    • Die Brauchwasseranlage muss mit gesonderten Zählern gemäß § 3 Abs. 5 der
    Entwässerungssatzung ausgestattet sein und regelmäßig Schmutzwasser in die städtische
    Abwasseranlage einleiten.
    • Das Regenwasserspeichervolumen muss mindestens 30 Liter je Quadratmeter an den
    Regenwasserspeicher angeschlossener Dachfläche betragen und ein
    Regenwasserspeichervolumen von mindestens 4 Kubikmeter genutzt werden.

    Nutzung von Frischwasser für die Gartenbewässerung

    Bei der Ermittlung der Schmutzwassermenge werden die auf dem Grundstück verbrauchten oder zurückgehaltenen Wassermengen abgezogen, die nachweisbar nicht der öffentlichen Abwasseranlage zugeführt werden. Nachweise dieser Wasserabzugsmengen obliegen den Gebührenpflichtigen.

    Somit könne die Frischwassermengen, die für die Gartenbewässerung genutzt wurden, mittels eines Wasserzählers erfasst und von den Kanalbenutzungsgebühren für das eingeleitete häusliche Schmutzwasser abgezogen werden.

    Der Wasserzähler muss eine gültige Eichung besitzen und bei der Montage zum Beispiel an einem Außenwasserhahn verplombt werden. Eine schriftliche Anzeige zur Inbetriebnahme des Wasserzählers ist erforderlich. Zum Anzeigeformular gelangen Sie hier. Oder direkt herunterladen.

    Die auf dem Grundstück nachweisbar verbrauchte und zurückgehaltene Wassermenge eines Kalenderjahres ist bis spätestens zum 10. Januar des Folgejahres durch den Gebührenpflichtigen der Stadt Pulheim mitzuteilen. Nach Ablauf dieses Datums als Ausschlussfrist findet eine Berücksichtigung der Wasserabzugsmengen nicht mehr statt.

    Kontakt

    Alte Kölner Straße 26
    50259 Pulheim

    Telefon: 02238 - 808-0
    Telefax: 02238 - 808-345

    www.pulheim.de
    stadtpulheim@pulheim.de

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    Montag - Mittwoch
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    Donnerstag
    08.30 Uhr – 12.00 Uhr
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    Freitag
    08.30 Uhr – 12.00 Uhr

    Zusätzlich im Einwohnermeldeamt
    Dienstag 16.00 Uhr – 18.00 Uhr
    Donnerstag 18.00 Uhr – 19.00 Uhr


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